Sammlungsschwerpunkte

In stratigraphischer Hinsicht stellt der Untere Jura (Lias) meinen Sammlungsschwerpunkt dar. Naturgemäß finden sich dort besonders formenreich Ammoniten, die dementsprechend auch besonders zahlreich in meiner Sammlung vertreten sind. Neben ihnen finden sich Belemniten, Muscheln, Schnecken, Seelilienstielglieder, sowie ganz selten etwa Seeigel-, Schlangenstern- oder Wirbeltierreste. Die Mikrofauna wird z.B. durch Ostracoden (Muschelkrebse) und verschiedenartige Foraminiferen repräsentiert. Für ein hohes Maß an Abwechslung ist dadurch gesorgt, dass diese Fossilfamilien jeweils mit unterschiedlichen Gattungen auftreten und je nach Fundort Erhaltung, Häufigkeit und Zusammensetzung stark schwanken können.
Gelegentlich besuche ich auch Fundstellen in anderen Erdschichten um den Horizont zu erweitern. Unter optischen Gesichtspunkten haben mich besonders die schalenerhaltenen Fossilien aus Évrecy (Calvados) und Sengenthal (Oberpfalz) angesprochen. Ebenfalls gut gefiel mir aber auch die Haizahnsuche im Miozän von Antwerpen oder Ausflüge in die Trias des Lipper Landes. Es gibt überall etwas zu entdecken.

Meinen lokalen Schwerpunkt bildet die Suche in Aufschlüssen der heimischen Herforder Liasmulde. Dabei handelt es sich um kleinere Tongruben, die oft nur spärliche Funde liefern. Mit entsprechender Ausdauer und etwas Glück kommen auch hier auf lange Sicht aussagekräftige Sammlungen zusammen. Temporäre Aufschlüsse bringen bisweilen Abwechslung - die Kunst ist es rechtzeitig von ihnen Kenntnis zu erlangen, weil sie manchmal nur wenige Tage existieren. Abstecher zu weiter entfernten ostwestfälischen Fundstellen ergänzen die heimischen Sammlungsstücke und förderten schon einige Überraschungen zu Tage. So entdeckte ich im Sommer 2007 das Skelett eines Plesiosauriers, der vom LWL-Museum für Naturkunde Münster ausgegraben wurde und der erste nahezu vollständige Plesiosaurus aus Schichten des Unteren Pliensbachiums weltweit ist.

Seit 1998 unternahm ich jährlich eine oder mehrere Reisen (meist gemeinsam mit meinen Eltern), deren Ziele unter paläontologischen und landschaftlichen Gesichtspunkten ausgewählt wurden. Wiederkehrende Ziele waren Frankreich (Calvados, Grands Causses) und vor allem die Frankenalb. Insbesondere an den Fundstellen im Oberen Pliensbachium (Kalchreuth und Buttenheim) gelang es mir eine aussagekräftige Sammlung zusammenzutragen.

Die folgenden drei Fotos sollen einen kleinen Eindruck vermitteln, von dem was im Laufe der Zeit an Fundmaterial zusammenkommt. Man darf sich von der Vielzahl nicht täuschen lassen. Es stecken sehr viele schöne Erinnerungen und sehr viel Arbeit in jedem einzelnen der Fundstücke und die Radtouren und manchmal hunderte Kilometer langen Autofahrten, an deren Ende keine Sammlungsneuzugänge zu verzeichnen waren, sind daran nicht abzulesen.


Links: Unterpliensbach; rechts: Oberpliensbach


Schwerpunktmäßig enthalten Schubladen und Vitrinen Lias-Fossilien.


Besonders prachtvoll und damit einen Abstecher in den Mittleren Jura (Dogger) und die weite Reise ins schöne Calvados rechtfertigend: Fossilien aus Évrecy.